• Wanderausstellung im Haus der Geschichte, Bonn
  • Karl Valentin
21 November 2019

Sehen - hören - schmecken - reden, in dieser Reihenfolge erlebten mehr als 90 Gäste im evangelischen Gemeindehaus Remagen die Veranstaltung „15 Millionen Schritte - Alems Flucht durch die Wüste“

In der Gemeinschaftsveranstaltung der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen, dem Eine-Welt-Laden Remagen-Sinzig und der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) konnten sich Remagener Bürgerinnen und Bürger am Vorabend des Tages der Demokratie umfassend über das Fluchtland Eritrea informieren. 

 

„Dass wir hier gemeinsam als Veranstalter auftreten, soll verdeutlichen, wie Remagener in dieser herausfordernden Zeit zusammenstehen.“ stellte Rüdiger Gottzein, als Presbyter Vertreter des Hausherrn, fest. Lothar Scheffel von der ÖFH wies in seiner Begrüßung auf die Bedeutung des miteinander Redens hin und konnte am Ende der Veranstaltung zufrieden feststellen, dass sich viele Gäste dem Motto der Reihe „Remagen redet!“ folgend angeregt unterhielten.

Den Teil „Sehen“ präsentierte Walburga Greiner vom Eine-Welt-Laden Remagen-Sinzig. Sie stellte kurz die geschichtliche Entwicklung des Landes dar und erläuterte die Gründe für den jahrzehntelangen Bürgerkrieg. Zwei Filme führten den Zuschauerinnen und Zuschauern die Geschichte und die Gegenwart des „Nordkorea“ von Afrika, wie Eritrea manchmal genannt wird, vor Augen.


Am deutschen Vorlesetag stand natürlich auch ein Buch im Mittelpunkt. „Alems Flucht durch die Wüste“, ein Buch aus dem Verlag Edition Kalk, geschrieben von Christel Neudeck und illustriert von Bruder Lukas Ruegenberg, wurde von Helene Schäuble von der evangelischen öffentlichen Bücherei Remagen vorgestellt. Nachdem der Verleger Winfried Ohlert das Schlusswort des Buches zur Einführung in die Fluchtgeschichte des eritreischen Volkes vorgetragen hatte, lasen Helene Schäuble, die 15-jährige Schülerin Sara Russom und Maria Müller von der ÖFH Abschnitte aus der Geschichte eines jungen Eritreers, der bei seiner langen Flucht aus der Heimat letztendlich in Remagen gelandet ist. 

Diese Geschichte hat zwar eine Art von Happy End, aber die Zeichnungen aus dem Buch sowie die Bilder aus Eritrea, die den Veranstaltern von der Welthungerhilfe Bonn zur Verfügung gestellt wurden, weckten in den eritreischen Gästen des Abends auch böse und bedrückende Erinnerungen. In Remagen und Umgebung wohnen viele der geflüchteten Eritreerinnen und Eritreer. Mehr als 20 % der Bevölkerung hat Eritrea in den vergangenen Jahren verlassen. Und auch die Verleihung des Friedensnobelpreises an den äthiopischen Präsidenten hat (noch) nicht zu einer spürbaren Verbesserung der Lebenssituation im Nachbarland Eritrea geführt. Aber wenigstens sind die Zeiten des Bürgerkrieges und der Grenzkonflikte wohl vorbei.

Als natürliche Experten konnten die eritreischen Gäste Fragen aus dem deutschen Teil des Publikums gut beantworten. So zum Beispiel, dass eine wichtige Landessprache Eritreas Tigrinya ist, dass 50% der Eritreer Christen sind und dass Injera eine landestypische Fladenbrotart ist.

Injeras mit Siro, einer Gemüsepaste, standen nach Abschluss der Lesungen ebenso zum Probieren bereit wie die Gewürzmischung Berbere. Annette Predeek hatte gemeinsam mit Frauen aus dem Projekt „Integratives Kochen“ dafür gesorgt, dass weitere Probierhäppchen auf dem Buffettisch bereitlagen. Und so boten auch das Schmecken und Riechen schöne Anlässe für intensive Gespräche der Gäste untereinander.

Fazit der Veranstalter: Nach diesem schönen Abend werden wir auch im Jahr 2020 wieder das ein oder andere Event in der Reihe „Remagen redet!“ anbieten.

Letzte Änderung am Donnerstag, 21 November 2019 08:59

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