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  • Karl Valentin
29 Dezember 2018

Musik aus Eritrea in der Kulturwerkstatt Remagen

Wenn es in der Kulturwerkstatt Remagen im Dezember nicht weihnachtlich, sondern nach Injera und Berberé duftet, wenn Musiker keine Gitarre, sondern eine Krar auspacken, wenn Musikstücke schon einmal eine Länge von zwanzig Minuten überschreiten und wenn Männer in Gruppen tanzen, dann findet eine besondere Veranstaltung statt: Geflüchtete Menschen aus Eritrea feiern das Jahresende mit einem Buffet, Tanz und Konzert.


Im Landkreis Ahrweiler lebt seit 2015 eine große Gruppe von Menschen, die aus Eritrea geflüchtet sind. Die Lebensbedingungen in diesem Land, etwa so groß wie Deutschland und mit nur ca. 5,5 Millionen Einwohnern eines der ärmsten der Welt, sind nach wie vor verheerend. Für Männer gilt eine lebenslange Wehrpflicht. Eine Schulbildung oder Ausbildung sind unter diesen Umständen nicht möglich. In Deutschland haben die Eritreer nach den Syrern die höchste Anerkennungsquote als Flüchtlinge in den Asylverfahren. Die meisten der im Landkreis Ahrweiler lebenden Eritreer haben daher bereits die Sprach- und Integrationskurse erfolgreich absolviert und viele konnten Arbeit oder Ausbildungsplätze finden.

Da sie untereinander einen engen Zusammenhalt pflegen, feiern sie auch gern miteinander. Zu dieser besonderen Feier hatten sie allerdings nicht nur Verwandte aus anderen Regionen Deutschlands eingeladen, sondern auch die Deutschen, die ihnen seit Jahren bei der Bewältigung des Alltags helfen.

Unterstützt durch die Ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) sowie den Förderverein Altes Jugendheim Remagen e.V. und gefördert aus dem Programm „Demokratie leben!“ probten Musiker in der Kulturwerkstatt und veranstalteten Ende 2018 dieses Abschlusskonzert.

Rolf Plewa, Sebastian Schmickler und Peter Braun vom Förderverein Altes Jugendheim Remagen e.V. halfen intensiv bei Organisation und Durchführung. Da einige der Eritreer beim vergangenen Tag der Demokratie geholfen hatten, kannte man sich schon ein wenig. Daher überließ man ihnen gerne im Gegenzug die Räumlichkeiten der Kulturwerkstatt für ihre Feier.

Werner Rex und Lothar Scheffel von der ÖFH ließen sich das eritreische Buffet nicht nur ausführlich erklären. Sie probierten natürlich auch eine Injera (besonderes Sauerteigfladenbrot) mit Fleisch und Gemüse, gewürzt mit Berberé (scharfe Gewürzmischung aus Chili, Ingwer, Knoblauch, Piment, Nelke und Koriander).

„Ein gelungenes Integrationsprojekt, das eine Wiederholung verdient,“ war das Resümee von Rolf Plewa, Erster Beigeordneter der Stadt Remagen. 

Bleibt nur noch zu klären, was eine Krar ist: ein mehrseitiges Zupfinstrument aus Eritrea, das zur Instrumentengruppe der Leiern gehört. In den Geschichten von Asterix und Obelix spielt Troubadix eine Leier. Während seine Auftritte meist zu Protest und Streit führten, tanzten und feierten die Gäste in der Kulturwerkstatt friedlich und fröhlich zu den Klängen der Krar.

Letzte Änderung am Dienstag, 08 Januar 2019 18:12

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